Haben Sie diesen Ausdruck schon einmal gehört?
“Erlernte oder auch gelernte Hilflosigkeit” bezeichnet ein Phänomen des meschlichen Erlebens und Fühlens der eigenen Machtlosigkeit und Kontrollunfähigkeit. Sätze wie z.B. “das schaffe ich nie”, “das geht nicht gut”, “alles sinnlos” schränken das eigene Verhalten ein und tragen in kleinen hochwirksamen Dosen und in fatalistischer Weise dazu bei, das Leben nur noch aufgrund von Negativerlebnissen zu taxieren. Und dies, obwohl nach statistischen Gesichtspunkten negative Erlebnisse ebenso häufig sind wie die Positiven, unsere sogenannten Sucess-Stories.
Das wiederholte Erzählen und Erleben von Negativepisoden des eigenen Lebens, lässt das Lebensmotto “das ist Unmöglich, das geht nicht, das funktioniert nicht, weil ‘es’ noch nie funktioniert hat” zur Wirklichkeit und konstruierten Realität deren Person werden, die sich beständig in dieser Selbstprogrammierung übt. Kein Wunder münden an einem gewissen Punkt solcherlei wiederholt negativer Denkspiralen unweigerlich in einer Depression, unterschiedlicher Ausprägung und Schweregrade. Oder wie kann ich sonst noch erklären, dass ich aufgrund wiederholter Misserfolge, also aus Sicht der betroffenen Person “persönliches Versagen”, an einem gewissen Punkt im Leben zur Schlussfolgerung gelange, dass man schlichtweg keinen Einfluss auf das eigene Leben hat?
Kategorisierung nach Martin Seligman
Martin Seligman, amerikanischer Psychologe, hat 1967 diesen Begriff geprägt. Er identifizierte ausserdem drei Faktoren, die zum Verhalten der erlernten Hilflosigkeit beitragen:
- persönlich, wo das Problem in der Persönlichkeitsstruktur des Menschen liegt; z.B. ich bin zu unbedeutend, warum sollte ich überhaupt meine persönliche Meinung äussern?
- generell, das Problem ist allgegenwärtig und betrifft alle Aspekte des Lebens; z.B. es gibt immer Arbeitslosigkeit, warum soll ich mich überhaupt bewerben?
- permanent, das Problem wird als unveränderlich angenommen; z.B. wenn Mr. X oder Mrs. X das schon nicht geschafft hat, dann schaffe ich das schon dreimal nicht, warum soll ich überhaupt versuchen, die Pyramiden von Gizeh um 10 Meter zu versetzen?
Lösungserarbeitung
Klingelt es bei Ihnen auch schon? Gibt es hier grundsätzlich die Möglichkeit einen Schritt vorwärts zu machen? Wie stellt ein professioneller Coach im Fall der erlernten Hilflosigkeit die adaptierte Wunderfrage nach Steve de Shazer: “Wenn heute Nacht ein Wunder passieren würde und Ihr Problem würde sich über Nacht gelöst haben, woran würden Sie das morgen merken?” ?
Selbst wenn ich annehmen könnte, dass ich meine erlernte Hilflosigkeit nur meiner Persönlichkeitsstruktur zuschreiben würde, haben Menschen mit Killerargumenten wie “das geht nicht” schon in der ersten Denkrunde aufgegeben. Und genau an diesem Punkt liegt der berühmte Hund begraben.
Denken in Lösungen lautet hier die Devise. Sie dürfen sich gerne kurzfristig in emotionalen Lösungsansätzen wie ein paar Tagen Wellnessurlaub baden, aber an einem gewissen Punkt bedarf es weiterer lösungsorientierter Hilfestrategien wie der eingehenden Informationsbeschaffung in Bezug auf die identifizierte Problematik, der strukturierten Analyse des “Problems” und der Ausarbeitung von mindestens drei Lösungsvorlagen. Ich habe schon oft Menschen getroffen, die diese Ressource der strukturierten Lösungsfindung intuitiv und eigenverantwortlich genutzt und kreativ umgesetzt haben. Alle Ungeübten und Unsicheren sind in den Händen professioneller Lösungsfindungsbegleiter, wie Coaches, Psychotherapeuten und Psychiatern, bestens aufgehoben.
Dauer der Lösungsfindung
Übrigens, eine Lösungsfindung sollte den Umfang von 5 begleiteten Stunden nicht überschreiten, da sonst von problemlavierender Begleitung gesprochen werden kann. Und, Menschen mit Erfolgsgeschichten sind bekanntlich mehr als einmal nach dem Straucheln resp. Fallen wieder aufgestanden.
Herzliche Grüsse und viel intrinsische Freude beim Lösungsentwicklen und anschliessenden -umsetzen,
Nicole Montag, Burn-Out Scout
P.S. Wer ist die lösungskompetenteste und wichtigste Person in Ihrem Leben? Auf diese Frage gibt es tatsächlich nur eine gültige Antwort. Schreiben Sie mir, ich freue mich.


