8. Welche Bilder sind unverkäuflich?

(*lacht) Dazu gibt es eine spannende Geschichte. Ich hatte ein Bild, das hiess „Diver“. Es war so ausdrucksstark, dass mein Mann sagte, dass wir dieses Werk behalten müssten. Es ging auf Ausstellungen, aber immer in der Absicht, dass es in unser Haus zurückkehren würde. Zuletzt war es vor etwa drei Jahren im Art Center in Berlin ausgestellt. Genau zu dieser Zeit hatten wir diese schweren Regenfälle. Der gesamte Keller unseres Wohnhauses stand unter Wasser und in unserem Haushalt brach das Chaos aus. Genau zu diesem Zeitpunkt rief der Geschäftsführer des Art Center an und sagte, dass es einen Interessenten für das Bild zu den gegebenen Konditionen geben würde. Mein Mann und ich haben gut überlegt und der Verkauf des Bildes hat uns sozusagen aus dem Nassen herausgeholt. Ich durfte den Kontakt zum Käufer herstellen und wusste dann auch wohin das Bild kam, und bekam ein Foto, wo dieses Bild jetzt hängt. Soviel zur Unverkäuflichkeit von Bildern.

9. Was ist Deine Berufung, Tina? Hörst Du “die innere Stimme”?

Das ist eine breit angelegte Frage und dazu muss ich doch etwas weiter ausholen. Ich bin ein Mensch, der an Gott glaubt. Das Wort Berufung hat für mich somit einen doppelten Inhalt. Wer ist Gott? Was hat er mit mir zu tun und was ich mit ihm? Ich glaube, dass er der Schöpfer aller Dinge ist, die zu sehen und zu greifen sind. Ausserdem glaube ich, dass er ein Bündnis, eine Beziehung mit uns Menschen eingehen möchte. Das ist in erster Linie meine Berufung: Gott besser kennenzulernen, oder anders ausgedrückt, denjenigen der den Masterplan hat.

Selbstverständlich gibt es neben der professionellen Berufung noch die Berufung zur Frau und Mutter. Ich bin sehr dankbar für meinen Mann und meine Kinder. Und, dass ich in den Bereich der Kunst eingetaucht bin, das sehe ich als nicht ganz zufällig, sondern auch als ein Geschenk Gottes, das ich ausüben darf. Das Wort Berufung hat für mich einen hohen Anspruch und ich wage es fast nicht, mich in punkto Kunstschaffende, als Berufene zu bezeichnen. Für mich hat es noch die Dimension des Talents, das mir in die Wiege gelegt wurde. Mir macht es sehr viel Spass, in diesem Beruf zu arbeiten. Über dieses Schaffen darf ich sehr viele neue und kulturell unterschiedliche Menschen kennenlernen, es entstehen wertvolle Kontakte und Freundschaften, ich habe sehr viel Freude am Akquirieren und schätze es, meinen Horizont zu erweitern.

10. Meine letzte Frage an Dich: Gibt es Zufälle, Tina?

Ich weiss es nicht. Es gibt die Möglichkeit herauszufinden, welches das Ziel für mein Leben ist. Also nicht, dass ich dann vor Krisen und schwierigen Lebenssituation verschont bleibe, sondern vielmehr die Möglichkeit, meine Bestimmung zu finden, was ein ständiger Prozess ist. Aus meiner eigenen Lebenserfahrung, also über alle Höhen und den Tiefen hinweg betrachtet, denke ich, dass es keine Zufälle gibt. Ich möchte jedoch betonen, dass sich “Hinsetzen und Beten” nicht gleichbedeutend mit 20 wartenden Käufern vor meiner Haustür ist.

So wie ich mich in meine Bilder hineingebe und mich in Form von Ausstellungen preisgebe, so bekomme ich auch viel Resonanz. Menschen, denen ich meine Werke erklären kann, die also wissen möchten, was ich mir beim Entstehungsprozess gedacht habe, sind sehr dankbar. Das sind schöne Begegnungen.

Zur Person:

Tina Buchholtz ist Kunstschaffende aus und in Berlin. Ihr Stil ist hinreissend ‘anders’ und es lohnt sich immer, einen persönlichen Blick auf Ihre Werke zu werfen und die ‘storyline’ zu erspüren. Sie können Sie jederzeit über Ihre homepage kontaktieren. Klicken Sie hier.