9. Was hat das Leben Sie gelehrt?
(*lacht). Oh, sehr viel. Ich habe ja ein halbes Leben „normal” gelebt, in allen Höhen und Tiefen und heute weiss ich, wozu das wichtig war. Ich kann mit diesem Erfahrungsschatz meine Berufung, diesen Beruf besser ausüben. Um Lebenssituationen besser einzuschätzen, da ich sie selbst erfahren habe. Und was mich das Leben gelehrt hat? Eine andere Sichtweise. Ein anderer Umgang mit Menschen, mit der Natur, mit der Welt insgesamt, aber vor allem die, durch meine Wahrnehmung bedingte, andere Sichtweise. Dies können Situationen, als auch Krankheiten sein. Die Dinge auf eine andere Art zu betrachten, das war für mich die letzten Jahre sehr lehrreich. Ich durfte sehr viele neue Dinge kennenlernen. Es ist Gut. Es passiert jeden Tag.
10. Und was möchten Sie den Menschen mitgeben oder Sie wissen lassen?
Das Leben findet heute und hier statt. Und ich weiss nicht, ob der Ausspruch original von Rüdiger Dahlke ist, ich verwende ihn nämlich auch oft: „Lieber im Hier und Jetzt leben, als im Wenn und Aber”. Geniesse den Augenblick. Das ist ein Thema für alle, denke ich. Auch für mich. Ich übe es auch täglich bewusst.
Meine letzte abschliessende Frage: Wie steht es um Personen, die immer denken, dass sie immer noch „müssen” und „sollen” und sich so permanent unter Druck setzen und einen hohen Leistungsanspruch haben?
Ich kenne diese Situationen aus eigener Erfahrung. „Ich muss erst dies und dann das und dann jenes tun”. Diese Denkmuster sind mir sehr gut bekannt. Aber irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, wo ich das nicht mehr brauche, etwas zu müssen. Dieser Zeitpunkt tritt dann ein, wenn das Leben zu Ende geht. Und spätestens dann, werden sich diese Menschen bewusst, dass es besser gewesen wäre zu leben, als noch dies oder jenes zu erledigen.
Zur Person:
Klaus-Dieter Theurich ist in Amriswil (TG) erreichbar.


